Reise Fotografie ist
Digitalfotografie
Als Digitalfotografie wird zusammenfassend die Fotografie
mit Hilfe eines digitalen Fotoapparats oder die Arbeit mit
digitalisierten Bildern sowie die sich daran anschließende
Weiterverarbeitung mittels elektronischer Bildbearbeitung sowie
digitaler Präsentation und Archivierung bezeichnet.
Die Digitalfotografie weicht in zahlreichen Aspekten von der
klassischen optochemisch basierten Fotografie ab und ähnelt,
insbesondere bei der Bildwandlung, einerseits der Videotechnik,
andererseits den bildgebenden Verfahren.
Bildwandlung
In der Digitalfotografie gibt es – von Hybridverfahren wie der
Kodak Photo CD abgesehen – keinen chemischen Film mehr; zur
Wandlung der Lichtwellen in digitale Signale werden
Halbleiter-Strahlungsdetektoren in CCD- oder CMOS-Technik als
Bildsensoren verwendet. Bei dieser Digitalisierung eines
analogen Bildes handelt es sich um eine Bildwandlung, bei der
eine Diskretisierung (Zerlegung in Bildpunkte) und Quantisierung
(Umwandlung der Farbinformation in einen digitalen Wert) des
analogen Bildes durchgeführt wird.
Hybridverfahren
Eine Übergangslösung zwischen analoger und digitaler Fotografie
stellt die Fotografie mit dem klassischen "Silberfilm" dar, bei
der anschließend das Negativ oder Positiv zunächst mit einem
Scanner digitalisiert wird und dann das gespeicherte Bild
digital weiterbearbeitet wird.
Die manuellen Arbeitsschritte kann man sich sparen, wenn man vom
industriellen Fotolabor eine Kodak Photo CD herstellen lässt;
dabei wird der – noch ungeschnittene – Filmstreifen direkt im
Anschluss an die Entwicklung mit professionellen Scannern in
hoher Qualität digitalisiert und auf eine CD gebrannt. Als
kostengünstigere Alternative sind etwa seit 1999 sogenannte
Picture Discs von verschiedenen Anbietern auf dem Markt, auf
denen die Aufnahmen mit geringerer Auflösung im
verlustbehafteten JPG-Format gespeichert werden. Die Qualität
der Picture Disks ist in der Regel jedoch nicht für eine
Weiterverarbeitung ausreichend, sondern nur zur Vorbetrachtung
geeignet.
Kamerainterne Bildverarbeitung
Jede Digitalkamera führt nach oder bereits während der
Bildwandlung eine Reihe von Verarbeitungsprozessen wie
Weißabgleich, Erhöhung der Farbsättigung, Anheben des Kontrasts,
Tonwertkorrektur, Filterung, Schärfen, verlustbehaftete
Komprimierung usw. durch; Consumer-Kameras schärfen auch dann
noch nach, wenn man diese Funktion abgeschaltet hat (vgl. Andrea
Trinkwalder, Raw-Masse. Höhere Farbtiefe, weniger Fehler:
Bessere Bilder dank Rohdaten).
Es gibt keine Möglichkeit, auf das vollkommen unbearbeitete Bild
zuzugreifen; die größte Näherung an dieses kamerainterne
"Original" bietet die Nutzung des speicherintensiven und
herstellerabhängigen Rohdatenformats (CCD-Raw).
Seitenverhältnis
Die meisten Digitalkameras speichern Bilder mit einem
Seitenverhältnis von 1,33 (4:3). Dies hat historische Gründe:
Die ersten Digitalkameras waren auf existierende Sensoren
angewiesen und da 4:3 dem Seitenverhältnis der verbreiteten
Computermonitore und Fernsehnormen NTSC, PAL und SECAM
entspricht (was wiederum von den frühesten Kinofilmen herrührt),
waren überwiegend Sensoren mit diesem Seitenverhältnis verfügbar.
Inzwischen werden Sensoren mit dem Seitenverhältnis 3:2 speziell
für Digitalkameras entwickelt und zumeist in digitalen
Spiegelreflexkameras eingesetzt. Panasonic bietet Kameras an,
die mit Bildwandlern im Format 16:9 ausgerüstet sind, und durch
Weglassung von Bildspalten in der Lage sind, zusätzlich auch die
Bildformate 3:2 und 4:3 zu unterstützen.
In der Ausbelichtung hat ein Seitenverhältnis von 4:3 die
Konsequenz, dass das Bild bei Verwendung der herkömmlichen
3:2-Papierformate (z.B. 10x15 cm) entweder oben und unten
beschnitten wird oder links und rechts weiße Streifen auftreten.
Daher werden heutzutage meist Papierformate mit den
Seitenverhältnissen 4:3 verwendet. Hierbei wird dann zum
Beispiel oft von einem 10er-Format gesprochen, um anzuzeigen
welche Höhe der Abzug aufweist; die Breite des Abzugs ergibt
sich dann entsprechend dem Seitenverhältnis. Diese Papierformate
weichen zwar von den klassischen Papierformaten (Abzügen) ab,
der Abzug zeigt jedoch unbeschnitten das komplette Bild. Ein
Abzug im 10er-Format mit den Seitenverhältnissen 4:3, ist
10x13,33 cm groß und passt mit den oben beschriebenen
Einschränkungen nur bedingt in die üblichen Bilderrahmen.
Pixelanzahl und Auflösung
Als Bildauflösung bezeichnet man die Anzahl der Bildpunkte,
Pixel genannt, in Breite und Höhe eines digitalen Bildes; bei
1600 × 1200 Pixeln ergibt sich also beispielsweise eine
Auflösung von 1,92 Megapixeln.
Die Herstellerangaben zur Pixelanzahl müssen kritisch
interpretiert werden, da sie nicht die tatsächlich vorhandene
Anzahl an Farbpixeln wiedergeben. Bei dem weit verbreiteten
Bayer-Sensor ist dies die Anzahl der einfarbigen Pixel, für den
Foveon-X3-Sensor die Anzahl der lichtempfindlichen Elemente
multipliziert um den Faktor drei.
Daher ist es nicht möglich, die Pixelanzahl der verschiedenen
Sensortypen direkt miteinander zu vergleichen; nach Schätzungen
liefert ein Bayer-Sensor mit sechs Megapixeln etwa dieselbe
Auflösung wie ein Foveon-X3-Sensor mit 10 Megapixeln. Einen
weiteren proprietären Sensor verwendet Fujifilm, siehe
Super-CCD-Sensor.
Die Auflösung digitaler Bilder ist nur eingeschränkt mit der
Auflösung eines Filmnegativs oder Prints zu vergleichen, da sie
u. a. vom Betrachtungsabstand und der Art der Darstellung (Bildschirm,
Print) abhängig ist.
Auf normales Fotopapier ausbelichtete Digitalfotos erreichen
mittlerweile annähernd die Qualität von konventionellen
Papierabzügen – hier entscheidet vielmehr die verwendete Kamera,
das Objektiv sowie eine Reihe weiterer Faktoren über die
technische Bildqualität.
Die Pixelanzahl gibt auch nur näherungsweise die Auflösung
feiner Strukturen wieder. Bei der Digitalisierung gilt das
Nyquist-Shannon-Abtasttheorem. Danach darf die maximale im Bild
auftretende Frequenz maximal halb so groß sein, wie die
Abtastfrequenz, weil es sonst zu unerwünschten
Bildverfälschungen, zum Beispiel zu Moiréerscheinungen, kommt
und das Originalsignal nicht wieder hergestellt werden kann.
Eine weitere Einschränkung der Vergleichbarkeit konventioneller
und digitaler Aufnahmen ergibt sich aus der Tatsache, dass es
sich beim Filmkorn - technisch betrachtet - um ein
stochastisches, also ein völlig zufälliges und unregelmäßiges
Rauschen handelt, das bei technisch gleicher Auflösung meist
weitaus weniger störend wirkt als das strikt regelmäßige
Pixelmuster digitaler Aufnahmen. Visuell wirken somit "analoge"
Bilder mit sichtbarem Korn - bei gleichem Informationsgehalt -
bedeutend erträglicher.
Dateiformat
Bei der Digitalfotografie entstehen in jedem Fall Daten, die i.
d. R. elektromagnetisch oder optisch gespeichert werden; dies
geschieht meist in einem standardisierten Grafikformat ,
aktuelle Digitalkameras verwenden neben dem Rohdatenformat vor
allem TIFF und JPEG, bei den Hybridverfahren wie der Kodak Photo
CD entstehen ImagePacs, beim Scannen hat man eine weitgehend
freie Auswahl über das Speicherformat.
Das TIF-Format kann verlustfrei komprimieren, und ist dabei
vergleichsweise speicherintensiv; JPEG ist dagegen
verlustbehaftet, kann aber sehr speicherökonomisch sein.
JPEG2000 beherrscht mittlerweile die verlustlose Komprimierung
und einen größeren Farbraum, wird aber noch nicht von vielen
Produkten unterstützt. Der Fotograf muss also bereits vor dem
Fotografieren eine Entscheidung über den Kompressionsgrad und
damit über den möglichen Detailreichtum etc. fällen. Eine
vergleichbare Vorabentscheidung trifft der analog
Fotografierende nur mit der Auswahl des Filmmaterials und der
Filmempfindlichkeit, er erhält aber in jedem Fall ein optimales
Unikat – Kompressionsartefakte gibt es in der analogen
Fotografie nicht.
Das Dateiformat sollte außerdem mit Bedacht gewählt werden; die
ersten Digitalkameras aus den 90er Jahren speicherten
beispielsweise in proprietären Dateiformaten, die bereits heute
nicht mehr gelesen werden können.
Eine Möglichkeit diese Probleme zu umgehen besteht in der
Umwandlung in ein offenes Dateiformat, beispielsweise PNG.
Licht Empfindlichkeit
Bei der herkömmlichen Fotografie (Analogfotografie, Silber-Fotografie)
ist die lichtempfindliche Schicht auf der Bildebene eine
Dispersion (im allgemeinen Sprachgebrauch Emulsion). Sie besteht
aus einem Gel, in dem gleichmäßig kleine Körnchen eines
Silberhalogenids (zum Beispiel Silberbromid) verteilt sind. Je
kleiner diese Körnchen sind, umso weniger lichtempfindlich ist
die Schicht (siehe ISO 5800), umso besser ist allerdings die
Auflösung („Korn“). Dieser lichtempfindlichen Schicht wird durch
einen Träger Stabilität verliehen. Trägermaterialien:
Zelluloseacetat, früher Zellulosenitrat (Zelluloid),
Kunststofffolien, Metallplatten, Glasplatten, Textilien (siehe
Film). Bei der Digitalfotografie besteht das Äquivalent der
lichtempfindlichen Schicht aus Chips wie CCD- oder CMOS-Sensoren.
Foto Apparat
Der fotografischen Aufnahme dient ein Fotoapparat bzw. eine
Fotokamera. Durch Manipulation des optischen Systems (unter
anderem die Einstellung der Blende, Scharfstellung,
Farbfilterung, die Wahl der Belichtungszeit, der
Objektivbrennweite, der Beleuchtung und nicht zuletzt des
Aufnahmematerials) stehen dem Fotografen zahlreiche
Gestaltungsmöglichkeiten offen. Als vielseitigste
Fotoapparatbauform hat sich sowohl im Analog- als auch
Digitalbereich die Spiegelreflexkamera durchgesetzt, allerdings
werden für viele Aufgaben weiterhin die verschiedensten
Spezialkameras benötigt und eingesetzt..
Fotografinnen und Fotografen
Die Fotografie als Objekt der Kunstwissenschaft wurde
geprägt durch herausragende Fotografinnen und Fotografen wie
beispielsweise - ohne Wertung quer durch die Zeit- und
Stilgeschichte der Fotografie - W. H. Talbot, E. S. Curtis,
Henri Cartier-Bresson, Ansel Adams, August Sander vor dem 2.
Weltkrieg, Otto Steinert, Richard Avedon, Diane Arbus und
unzählige andere bis hin zu "Modernen" wie Helmut Newton, Thomas
Ruff, Jeff Wall und Andreas Gursky. Mit jedem dieser berühmten
Fotografen ist eine bestimmte Zeit, eine bestimmte Auffassung
von Fotografie, ein persönlicher Stil - möglicherweise innerhalb
eines bestimmten Fachgebietes der Fotografie - und eine eigene
Thematik verbunden. Einige Fotografen organisierten sich in
Künstlergruppen wie f/64 um Edward Weston in den USA in der
ersten Hälfte des 20. Jh. oder arbeiteten zusammen in Foto- oder
Bildagenturen wie Magnum Photos oder Bilderberg, andere arbeiten
dagegen bevorzugt alleine. Oft sind künstlerisch bekannte
Fotografen in ihrem "Brotberuf" eher unauffällig und
durchschnittliche "Handwerker", erst in ihren freien Arbeiten
treten sie mit Ausstellungen oder durch Preisverleihungen in den
Blickpunkt der Öffentlichkeit. Als Beispiel seien nur der
Modefotograf Helmut Newton, der Werbefotograf Reinhart Wolf und
der Landschafts- und Architekturfotograf Robert Häusser genannt:
sie wurden mit völlig anderen Sujets als denen ihrer täglichen
Arbeit bekannt, nämlich Aktfotografie, Food- und
Architekturfotografie und mit künstlerischer eigenwilliger
Schwarzweiß-Fotografie. Die Fotografie ist jedoch keine
exklusive Kunstform, sondern wird auch von zahllosen
Amateurfotografen betrieben; die Amateurfotografie ist der Motor
der Fotowirtschaft und Motivation für die Produktion der
allermeisten Bilder, deren Zahl weltweit monatlich in die
Milliarden geht.