Reichstag kompakt
Das 137 Meter lange, 94 Meter breite und 54 Meter hohe gebäude wurde 1884 bis 1894 im Stil der italienischen Hochrenaissance von Architekt Paul Wallot erbaut.
Säulen, Kapitelle, verzierte Fassaden sollten einen "nationalen Baustil" repräsentieren. Was den Berliner Volksmund nicht davon abhielt, die damalige, durchaus
moderne Kuppelkonstruktion etwas respektlos als "Bonbonierenschachteldeckel" zu bezeichnen.
Beim Wiederaufbau in den 60er-Jahren ging man mit den Außenfasaden wenig zimperlich um. Wie Archöologe Veit Stürmer anmerkt, lag - wie oft bei wilhelminischen
Bauwerken - das "Entstucken" im Trend: Auf "Schnörkeleien" wurde kein Wert gelegt. Man wollte Erinnerungen an leidvolles Großmachtsgehabe tilgen, das die
wilhelminische Architektur eben auch widerspiegelt. "heute kann man diese Solitäre aber durchaus wieder genießen", meint Stürmer. "Schließlich sind ja nicht mehr
viele davon übrig."
Das neue reichstagsgebäude verbindet Tradition und Moderne: technik und Wartung liegen in Keller- und Erdgeschoss. Nach oben folgen Plenarsaal-, besucher-, Präsidial-
und Fraktionsebene. Ganz oben: Dachterrasse und Kuppelebene. Von fast jeder Ebene ist der Plenarsaal einsehbar. Auf ihn ist die Architektur mit den Ebenen, Glaswänden
und Metallstreben zugeschnitten.
Posted on 30 November 2006
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