REISE ANGEBOT
Hier steht der Text für die Reisebeschreibung!
Als Reisebericht oder Reisebeschreibung bezeichnet man die
(literarische) Darstellung der Beobachtungen und Erlebnisse
eines Reisenden. Solche Beschreibungen variieren sehr in Inhalt
und Wert, je nach Zweck der jeweiligen Reise.
Der Begriff 'Reiseliteratur' bzw. 'Reisebericht' in der
Forschung wird als Oberbegriff (Brunner/Moritz 1997, S. 283)
bzw. als Kollektivbezeichnung (Best 1976, S. 225) für
Darstellungen 'tatsächlicher oder fiktionaler Reisen'
(Brunner/Moritz 1997, S. 283) definiert. Dabei handelt es sich
nach Otto F. Best (1976, S. 225) um literarische Werke, die 'dem
Thema Reise gewidmet sind'. Gero von Wilpert versteht unter
Reiseliteratur daher "das gesamte dem Stoff nach von tatsächl.
oder fiktiven Reisen berichtende Schrifttum..." (Wilpert 2001,
S. 676).
Die 'Reiseführer' oder Reisehandbücher, wie Baedeker,
Pilger-, Wallfahrtswegeführer und Reisebücher, versuchen
sachorientiert den Reisenden nützliche Informationen über die
Reiserouten und das Reisezielland u.a. an die Hand zu geben. Im
deutschsprachigen Raum sind für Individualtouristen
beispielsweise der Michael-Müller-Verlag und der Reise Know-How
Verlag mit jeweils weit über 100 Destinationen, der inzwischen
zu MairDuMont gehörende Stefan Loose Verlag sowie Spezialisten
zu bestimmten Reisecharakteren oder Zielrichtungen wie der
Trescher Verlag mit fast 50 Titeln bei Osteuropa zu nennen. Im
englischsprachigen Raum wird vor allem der Lonely Planet
verwendet, bei Französischensprachigen ist der Guide Routard der
Favorit.
Die weltweit größte Reisemesse, die Internationale
Tourismusbörse (ITB) in Berlin, enthält eine kleine Buchmesse
für Touristikverlage (Reiseführer, Karten): 280 Quadratmeter, 20
Verlage und der Gemeinschaftsstand des Börsenvereins, Buch
Awards.
Die wissenschaftliche Reisebeschreibung
Die wissenschaftliche Reisebeschreibung ist das Ergebnis einer
Forschungsreise wie die von A. v. Humboldt oder auch Forsters
'Reise um die Welt 1777). Sie wird in der Regel in
autobiographischer Form von Tagebüchern, Reisebriefen oder
Reiseskizzen abgefasst. Als Vorläufer der wissenschaftlichen
Reisebeschreibung können die geographischen Schriften der Antike
betrachtet werden. (Brunner/Moritz 1997).
Die literarische Reisebeschreibung
Die künstlerischen Reisebeschreibungen umfassen die literarische
Reisebeschreibung, den literarischen Reisebericht, die
Reiseerzählung und den Reiseroman. Das Hauptcharakteristikum der
sog. künstlerischen Reisebeschreibung im Gegensatz zu den
Sachorientierten besteht vor allem in ihrer literarischen
(Über-)formung von tatsächlichen oder fiktiven Reiseerlebnissen.
Sehr häufig erscheinen sie als Mischformen, nämlich in
Verbindung mit anderen epischen Formen (Abenteuerroman,
Bildungsroman, Staatsroman, Autobiographie und Lügendichtung).
Als Bericht von fremden Ländern und Völkern
Alle verschiedenen Erscheinungsformen der Reiseliteratur haben
vor allem eins gemeinsam: sie alle berichten von fremden Ländern
und Völkern, erwecken und stillen mit ihren Berichten von den
außerordentlichen Begebenheiten und den gefährlichen
Unternehmungen auf ihrem Weg die Neugier der Daheimgebliebenen,
sie wollen unterhalten aber auch belehren und gehören zu den
ältesten und beliebtesten Literaturformen, die in allen Kulturen
in unterschiedlicher Prägung zu finden sind. Der Erfolg eines
Reiseberichtes verdankt sich einerseits Geist, Stil und
Beobachtungsgabe des Autors, andererseits dem Geist seiner Zeit.
Da die Reiseliteratur Möglichkeiten für die Reisenden sowie für
die Reiseliteraturleser zur Erfahrung der Andersartigkeit und u.
u. des Selbst bieten, beschäftigt sich die nationalen
Literaturwissenschaften, die Komparatistik und die
Fremdheitsforschung u.a. mit der Reiseliteratur intensiv und
untersucht sie im Hinblick auf Länderbilder und Vorurteile, aber
auch ganz bes. in den letzten 10 Jahren im Hinblick auf die
Wahrnehmungsweisen von Eigen- und Fremderfahrung.
Die ältesten Reiseberichte sind die von Skylax von Koryanda
und von Pytheas von Massilia. Letztere haben ihre
Europa Reisen
beschrieben, Skylax die Seinige unter dem Titel "Periplus", eine
Bezeichnung, die in der Folge für ähnliche Reisewerke oft
angewandt wurde.
Die Geschichtsbücher des Herodot, welche eine Beschreibung
seiner Reisen enthalten, können ebenfalls als Reisebericht
betrachtet werden. Dagegen findet sich unter den Schriften der
Römer eine eigentliche Reisebeschreibung nicht. Die Itineraria
derselben waren nur Reiserouten oder erste Versuche von
Verkehrskarten.
Die Reiseliteratur des Altertums war dürftig und auch aus dem
frühen Mittelalter sind uns nur wenige Werke dieser Art
erhalten. So z.B. die Berichte über die Unternehmungen der
Skandinavier nach den Färöern, nach Island, Grönland und Vinland
(das heutige Nordamerika) und die aus Befehl des Königs Alfred
unternommenen Expeditionen Othars und Wulfstans.
Dagegen hat die jüdische und arabische Literatur des
Mittelalters eine ganze Reihe von Reisewerken aufzuweisen, wie
die der Araber Ibn Battuta, Ibn Fadlan, Alberuui, Ibn Djobail,
des Juden Benjamin von Tudela und Andere. Sie sind sämtlich
wichtige Quellen für die Kunde der damaligen Verhältnisse in
diesen Ländern.
Für die Kenntnis Ostasiens sind die Reisen buddhistischer
Priester, wie z.B. Fahealig und besonders Hiuenthsang, von
Bedeutung.
Zentralasien wurde durch die 1246 vom Papst an Dschinghis Khan
abgeordnete Gesandtschaft näher bekannt, die von Piano di
Carpine geführt wurde. Als durch die Mongolen der Handel
begünstigt wurde und ein geordneter Überlandverkehr bis nach
Peking entstand, konnte der Florentiner Handlungsreisende
Balducci Pegoletti im Jahr 1376 über die hier verfolgte Straße
berichten.
Das spätere Mittelalter lieferte zahlreiche Berichte über das
seit den Zeiten der Kreuzzüge vielbesuchte Heilige Land, so von
Borchard, John Mandeville, Felix Fabri und Anderen, welche zum
Teil in Feyerabends "Reyssbuch dess Heyligen Landes" (Frankfurt
1584) gesammelt wurden.
Gegen Ende des Mittelalters veranlasste der Handelsgeist der
Venezianer zur Abfassung von Reisewerken, von denen nur die des
Venezianers Marco Polo, Odorich von Portenau und der Gebrüder
Zeno genannt zu werden brauchen.
Seit Erfindung der Buchdruckerkunst wuchs die Reiseliteratur
bald massenhaft an, nach dem die Entdeckung Amerikas -
USA
Reise und die
Expeditionen der Portugiesen nach dem Indischen Ozean, verbunden
mit dem Wiederaufleben wissenschaftlichen Strebens überhaupt,
der Forschung neue und weite Gebiete eröffnet hatten. So
entstanden denn bereits im 16. Jahrhundert Sammlungen von
Reisewerken, wie die von Huttich und Grynäus (1532), Giovan
Battista Ramusio (1550 ff.), Halluyt (1598 ff.).
In der Mitte des 17. Jahrhunderts erhielten die
Reisebeschreibungen neue Nahrung durch den Aufschwung des
Handels, namentlich der Engländer. Nach ihnen rangen Deutsche,
Franzosen, Nordamerikaner, Holländer und Russen in der
wissenschaftlichen Reiseliteratur um den zweiten Platz.
Ende des 19. Jahrhunderts lagen über fast alle Gegenden der Erde
Reiseberichte wissenschaftlich gebildeter Reisender in den
Sprachen fast aller "zivilisierten" Völker vor. Die in fremden
Sprachen verfassten Berichte nicht deutscher Forscher wurden dem
deutschen Publikum teilweise in Übersetzungen zugänglich
gemacht.
Unter den Deutschen, deren Reiseberichte sich besonders
auszeichneten, nehmen Georg Forster und Alexander von Humboldt
eine besondere Bedeutung ein; bedeutend für die Kenntnis
Amerikas waren die Werke des Prinzen Maximilian von
Wied-Neuwied, von Martius, Pöppig, Schomburgk, Tschudi,
Burmeister, Philippi, Appun, Reiß, Stübel, Frantzius, Güßfeldt,
v. d. Steinen, für die Afrikas die Berichte von Hornemann,
Barth, Roscher, Rüppell, Russegger, Heuglin, Rohlfs, Nachtigal,
Schweinfurth, v. d. Decken, Junker, Lenz, Hildebrandt, Mohr,
Falkenstein, Pechuel, Loesche, Flegel, Pogge, Buchner, Holub,
Buchholz, Mechow, Wißmann, Hahn, Mauch, Schnitzer, Zöller,
speziell für Ägypten Lepsius und Klunzinger, für China v.
Richthofen, Kreitner, für die von Indien und Hochasien die
Berichte der Gebrüder Schlagintweit, Leitners und Stoliczkas,
für Hinterindien Bastian, für den Indischen Archipel Junghuhn,
Semper und Jagor, in russischen Diensten v. Baer, Schrenk,
Middendorf u. a. für das nördliche und östliche Asien, Abich und
Radde für die Kaukasusländer, für Australien Leichhardt und F.
v. Müller, für Neuseeland Ernst Dieffenbach, Hochstetter und
Haast, für Ozeanien die in russischen Diensten stehenden
Deutschen Kotzebue mit Chamisso, Krusenstern, Lütke, ferner A.
B. Meyer, Finsch, Seemann, Gräffe, Bastian, für die
Nordpolarländer Payer und Weyprecht.
Neben der wissenschaftlichen Reiseliteratur entwickelte sich mit
der Verbesserung der Verkehrsmittel gegen Ende des 19.
Jahrhunderts eine andere, welche sich nach den mehr bekannten
Ländern der Erde richtet und vorzugsweise Schönheiten der Natur,
die sozialen und politischen Verhältnisse behandelt oder die
persönlichen Erlebnisse, Betrachtungen und Empfindungen des
Reisenden in den Vordergrund stellt und daher mehr oder weniger
belletristischer Beschaffenheit ist.
Auf diesem Gebiet sind folgende deutsche Autoren zu erwähnen:
Kohl, Wagner, Gerstäcker, Jakob Philipp Fallmerayer, Ida
Pfeiffer, Thümmel, Stahl, v. Hügel, Pückler-Muskau, Heinrich
Heine, Venedey, Mügge, Schmarda, v. Scherzer, v. Maltzan,
Vambéry, Willkomm, Möllhausen, G. Rasch, Gregorovius, v. Löher,
Rodenberg, A. Ziegler, Faucher, v. Hübner, H. Meyer, Passarge u.
a.
Als Grenzfall der Reisebeschreibung sind die Produkte der
Fantasie, welche in das Gewand eines Reisebeerichts gekleidet
sind: die so genannten Robinsonaden und die fingierten
naturwissenschaftlichen Reisebeschreibungen, wie sie
beispielsweise Jules Verne mit Erfolg gepflegt hat.